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Staunen, Mitmachen und Ausprobieren

 

Das Gebäude


Vor über 100 Jahren wurde das Museum gegründet. Es befindet sich im Kremper Tor mit seinen Anbauten. Es gehört zu den letzten mittelalterlichen Stadttoren Schleswig-Holsteins.

 

Die Sammlungen


Das zeiTTor hat die Sammlungsschwerpunkte „Mensch und Umwelt in der Steinzeit“ und „Leben im alten Neustadt“. Berühmt sind vor allem die archäologischen Funde vom „Marienbad“, einem steinzeitlichen Siedlungsplatz auf dem Grund der Ostsee. Sie sind einzigartig und machen den menschlichen Alltag vor über 6000 Jahren erlebbar.

Die neu erstellte Ausstellung ist als Rundgang konzipiert und führt den Besucher von den dicken Gletschern, die einst über Neustadt lagen bis hin zur Ankunft der Geflohenen und Vertriebenen aus Pommern und Ostpreussen im zwanzigsten Jahrhundert. Im Littorina-Saal sind Sonderausstellungen und das Thema „Neustadt und die Ostsee“ zu sehen. Im Zentrum steht ein Einbaum, Strandfunde wie Donnerkeile und Hühnergötter und Schiffszubehör.

Übrigens:
Der Ausdruck „Hühnergott“ hat vielleicht tatsächlich mit Hühnern zu tun. Nach einer Lesart habe man früher durchlochte Flintsteine an Schnüren direkt hinter dem Eingang zum Hühnerstall aufgehängt. Man hoffte, dass räubernde Füchse, die nachts im Stall auf Jagd gingen, gegen die Schnur mit den Steinen stießen. Durch das Geräusch sollten erst die Hühner und dann durch das aufgeregte Gegacker der Bauer geweckt werden.















Danach beginnt die Zeitreise durch das zeiTTor:
Bereits vor 12.000 Jahren durchstreiften Jäger die Region um das heutige Neustadt. Elch „Waldemar“ gibt einen Eindruck davon, wie gefährlich die Jagd in der mittleren Steinzeit war. Im Mittelpunkt stehen die seltenen Geräte vom Fundplatz „Marienbad“. Er ist 6000 bis 8000 Jahre alt. Wer selber etwas ausprobieren möchte, kann u. a. den Feuerbohrer testen.




Vor gut 6000 Jahren wurden die Menschen sesshaft. Sie begannen, Vieh zu züchten und Ackerbau zu betreiben. Große Hünengräber haben sich aus dieser Zeit erhalten. Wer mag, kann ein Loch in einen Stein bohren oder mit Mahlsteinen Getreide mahlen.



In der Ausstellung sind einige sehr gut erhaltene seltene Waffen und Schmuckstücke präsentiert. Mit der Slawenzeit (7./8. Jh.) beginnt in Ostholstein das Mittelalter. Besonders sehenswert sind der Schalenstein von Braak und ein nachempfundener Grabhügel.


Übrigens: Der Archäologe K. H. Jacob-Friesen hat ausgerechnet, dass in der älteren Bronzezeit 5 Personen ungefähr 20 Arbeitstage benötigten, um einen Grabhügel von 20 m Durchmesser und 2 m Höhe zu errichten.


Im mittelalterlichen Stadttor geben Waffen und Alltagsgegenstände einen Einblick in das Neustadt vor 500 Jahren. Besonders sehenswert sind ein nachgebautes Kettenhemd und ein Silberschatz. Er besteht aus Münzen, die sich in einem Leinenbeutel befunden hatten.

Durch das Kremper Tor gelangt man in das Cap-Arcona-Museum

Übrigens: Aus Sicht der Versicherung ist der Leinenbeutel wertvoller als alle Silbermünzen des Schatzes zusammen. Die Versicherungssumme richtet sich nämlich nach dem Wiederbeschaffungswert eines Gegenstandes. Historische Objekte aus organischem Material sind wegen ihrer Vergänglichkeit sehr schwer zu beschaffen.

Im oberen Geschoss des Kremper Tores lädt eine Bildpräsentation dazu ein, das „alte“ Neustadt zu entdecken. Bildpaare zeigen Stadtansichten von früher und von heute im direkten Vergleich.

Übrigens: Ein Blick aus dem Torfenster auf die Stadt lohnt sich.


Von der Stadtgründung 1244 bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die städtische Infrastruktur „mittelalterlich“. Das zeigen eine mobile „Tante Meier“ und ein hölzernes Wasserrohr. Sehenswert ist die vielleicht älteste Geschwindigkeitsbegrenzung des Kreises.


Übrigens: Der Neustädter Ehrenbürger Robert Lienau bemängelte in einem offenen Brief kurz vor 1900, dass der Marktplatz im Frühjahr und im Herbst „einem frisch gedüngten Acker, im Sommer einer schlecht gepflegten Wiese und im Winter, besonders nach Jahrmärkten, zum Schrecken aller Anwohner einem wandernden Kehrichthaufen“ gleiche.


Ein angedeuteter Marktplatz mit Kopfsteinpflaster, Handwerksbetrieben, einem Biedermeierzimmer, die alte Zahnarztpraxis von Dr. Axt und der Bänkelsänger vermitteln einen Eindruck vom Leben auf und an Neustadts zentralstem Platz. Besonders beeindruckend sind das Gefängnisfenster und das Halseisen vom Kremper Tor.

Übrigens: Eventuell hat der berühmte Maler Emil Nolde in seiner Kindheit den hier ausgestellten Handorgelleierkasten gesehen. Er erwähnt in seinem Tagebuch einen Leierkasten, „wo vornean das schöne bunte Bild mit einer liegenden Dame war, etwas nackt, im blauen Gewand nur halbwegs eingehüllt (Quelle: G. Bremer).“

Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der politischen Brüche. Themen sind jeweils die Stadtgeschichte während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der NS-Diktatur und der Bundesrepublik Deutschland. Zum Abschluss besteht die Möglichkeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen.


Die Ausstellungsreihe „Ins Nähkästchen geschaut. Schätze aus dem Wohnzimmer“ bietet die Möglichkeit, die eigene private Sammlung der Öffentlichkeit zu zeigen. Dabei kann es sich um Briefmarken, Modelleisenbahnen, Kaffeekannen o. ä. handeln. Somit finden sich hier im ersten Stock des Museums unterschiedliche Sonderausstellungen mit interessanten Themen.

Die Kinderecke lädt die jüngsten Gäste zum Spielen ein.
Bild siehe Anlage: Sonderausstellung "Musikinstrumente der Welt"

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